EDV-Putzmannsdorf.at > Artikel

Im Groben kann man die IT in 2 Welten einordnen:

  • Die kommerzielle Welt (z.B. Windows, MacOS)
  • Die freie Welt (z.B. Linux, BSD)

Die kommerzielle IT-Welt

Wenn Sie aktuelle Hardware, mit aktueller kommerzieller Software verwenden wollen, ist ziemlich sicher Windows für Sie am besten geeignet. Es ist zwar mittlerweile sehr einfach möglich Windows Anwendungen unter Linux laufen zu lassen (unter gewissen Umständen sogar performanter als auf Windows), aber wenn man mehrmals 60€ für z.B. Spiele ausgibt, und dann 30€ bei einer Windows Lizenz sparen will, spart man an der falschen Stelle. (auch wenn ich verstehen kann, dass man das will, aber dann sollte man sich auch selbst damit befassen, Hilfestellung gibt es im Internet in Hülle und Fülle.)

Durch meine Erfahrungen mit Apple Produkten, rate ich in den meisten Fällen davon ab, solche zu kaufen, da diese überteuert sind, deutlich weniger Hardware unterstützen, und es dort selbstverständlich ist, für Dinge zu bezahlen, welche sonst überall kostenlos sind.

Hauptsächlich ist Apple in meinen Augen ein Marketingunternehmen:

Die erste mir bekannte grafische Benutzeroberfläche stammt von Xerox,

der Touchscreen wurde in CERN erfunden, Smartphones und sogar Android gibt es schon deutlich länger als das 1te iPhone.

Ein Chrome-Book benutzen auch ARM SOC‘s wie die neuen Apple Geräte und gibt es außerdem viel länger.

Und so zieht sich das durch die ganze Produktlandschaft.

Aber es muss jeder selbst wissen, womit man arbeiten will, und wenn man etwas gefunden hat, womit man dies gerne tut, sollte man sich nicht beirren lassen und sich darüber freuen.

Was das ganze kommerzielle Zeug aber gemeinsam hat, ist, dass diese i.d.R. viel früher als nötig Dinge nicht mehr unterstützen. Und so z.B. Grafikkarten, wo es technisch keinen vernünftigen Grund gibt diese nicht mehr zu nutzen, keine Treiber mehr bekommen (dann muss man wieder eine neue Grafikkarte kaufen).

Ein anderes trauriges Beispiel ist „geistiges Eigentum“ in Prozessoren (kein gängiger Hersteller, entwickelt Alle Komponenten selbst, es wird immer viel „geistiges Eigentum“ verbaut). Nur weil sich ein Lizenzinhaber weigert wichtige Daten rauszurücken, damit man Sicherheitsupdates für z.B. SOC’s (System on a Chip) bereitstellen kann, gibt es oft keine Sicherheitsupdates für bestimmte Geräte. Was dazu führt, dass man sich z.B. ein neues Handy kaufen muss, nur um Sicherheitsupdates zu bekommen. Positiv hervorheben will ich hier als aktuelles Beispiel, das Fairphone 2: Welches nach über 7 Jahren geschafft hat, auf Android 10 zu kommen. Warum es nicht eine höhere Version geworden ist, erklärt auch ein Fairphone Programmierer in einem offiziellen Video. Es hat mit „geistigen Eigentum“ zu tun. Das aktuelle Fairphone 5 hat sogar einen Speziellen SoC wo sie mindesten 10 Jahre Updates bereitstellen werden.

Und spätestens jetzt kommen die vielen Vorzüge der freien IT-Welt zu tragen:


Die freie IT-Welt

GNU and Tux.svg.png NetBSD textlogo.svg.png OpenBSD Logo.svg.png Daemon-phk.svg.png Manjaro logo text.svg.png Fedora logo and wordmark.svg.png Ubuntu-logo-2022.svg.png Debian-OpenLogo.svg.png OpenSUSE Logo.svg.png Archlinux-logo-standard-version.png Alpine Linux.svg.png Kali Linux 2.0 wordmark.svg.png

Linux wurde von Linus Trovalds in‘s Leben gerufen, und ist ein UNIX-Klon welcher der ganzen Menschheit gehört. Jeder kann damit machen, was er will. Die einzige Bedingung ist, dass man seine Erweiterungen und Änderungen unter den gleichen Bedienungen weitergibt. (Was nicht heißt, dass man kein Geld damit verdienen darf, indem man z.B. Programme dafür entwickelt).

BSD steht für Berkeley Software Distribution. Und ist eine Abspaltung von Unix, weil Unix ursprünglich von der Berkeley Universität und einer privaten Firma zusammen entwickelt wurde, es zu Streitereien kam, was schlussendlich dazu geführt hat, dass es in Unix (die private Firma) und BSD (nach Linux das am weitesten verbreitete Betriebssystem der Welt // Router, Firewalls, usw) aufgespalten wurde, und seitdem unabhängig voneinander entwickelt wird.

BSD und Linux sind binärkompatibel, sprich man kann mit verhältnismäßig geringem Aufwand, alles, was unter Linux läuft auch auf BSD ausführen und umgekehrt. Es gibt mittlerweile viele andere Betriebssysteme auf welche das Zutrifft, und diese werden Alle zusammen in Volksmund gerne als „Unixoide Betriebssysteme“ bezeichnet.

Linux und BSD sind eigentlich nur Betriebssystem Kerne ohne grafische Oberfläche e.t.c., es gibt z.B. verschiedene Grafische Oberflächen, welchen man mit Beiden nutzen kann, und man deshalb gar nicht wirklich mitbekomme was darunter werkelt.

Worauf es ankommt

Jetzt wo wir, die ganze IT-Welt kurz beleuchtet haben, ist wahrscheinlich klar, dass wichtigste an seinen Betriebssystem ist, dass dieses und Alles was damit läuft gut gepflegt wird.

Deshalb ist für fast Alle Menschen, welche keinen Widerstand verspüren, auf einen brand neuen Rechner Windows die beste Wahl. (Ein originale „pro“ Lizenz kriegt man praktisch immer unter 30€.)

Wenn man ältere Komponenten verwendet, oder einfach lieber Linux nutzen will (weil man z.B. mit einen Befehl Alles update will), ist aktuell ganz klar Ubuntu am besten. Ubuntu-Linux basiert auf Debian-Linux (kommt gleich als nächstes), aber es macht nicht halt vor proprietärer (kommerzieller) Software, was dazu führt, dass es die beste Hardware-Unterstützung, viele Codecs e.t.c. von Werk aus bereitstellt, was der einzige Grund ist, warum diese hier ganz klar als erste Linux-Distribution erwähnt wird.

Wie schon erwähnt ist Linux b.z.w. BSD nur ein Kernel, Alle Software welche damit läuft (und dazu zählt auch die grafische Oberfläche) gehören nicht dazu. Deshalb gibt es viele Linux-Distributionen b.z.w. BSDs mit verschiedenen Schwerpunkten, mit denen man einfach Software, welche aufeinander abgestimmt ist, ganz einfach Installieren kann.


Die mittlerweile populärste Linux-Distro ist Android: dort nutzt man die Paketverwaltung „Play Store“.

Die mittlerweile populärste BSD ist iOS: dort nutzt man die Paketverwaltung „App Store“.

Diese beiden Distros haben gemein, dass Sie sehr eigenartig sind:

so nutzt Android auf den Kernel einen eigenen Abstraktions-Layer, welcher viele Sachen ermöglicht,

und man deshalb auf ungewöhnliche Weise „normale Linux“ Software laufen lassen muss (z.B. mit Termux und einen VNC-Client).

Und iOS bzw MacOS sind auch sehr stark modifiziert.

Freie Betriebssysteme

Jetzt kommen wir zu den gewöhnlichen Linux-Distributionen (Distros) welche ich ottonormal-Usern empfehlen kann,

(BSDs werden hier nicht genauer erörtert, da diese sehr speziell sind, wenn man sich für System Architektur interessiert, ist z.B. die freeBSD Anleitung extrem gut).

Linux

Tux.svg.png

Eines vorweg, die gängigsten Distros haben heutzutage so einen hohen qualitativen Standard,

dass es oft wirklich wurscht ist, welche man nimmt, und es oft reine Geschmackssache ist, welche man wählt.

Es zählt einzig und allein, wie die Pakete gepflegt werden, welche man nutzt.

Wichtig ist zu wissen, dass man immer die Pakete seiner Distro bevorzugen sollte

z.B. die von Android im Playstore, aber natürlich bestätigt die Ausnahme die Regel.

Paketverwaltung

Wenn man Programme installieren will, welche nicht in seiner Distro vorhanden sind:

  • gibt es oft PaketQuellen die man extra aktivieren muss (wo Pakete sind welche nicht so aufwendig gepflegt werden, wie die Welche man auf Knopfdruck installieren kann)
  • Externe Repositories in seine Paket Verwaltung einbinden muss (dann hat man fremde Paket in seiner Paket Verwaltung)
  • Paket (wie z.B. unter Windows üblich) manuell installieren. Da gibt es aber verschiedene Paket-Typen:
    • .deb Pakete (Ubuntu, Debian)
    • .rpm Pakete (Red Hat, OpenELA, Fedora, SuSe)

Und nur weil die Distro einen Paket-Typ standartmäßig nutzt, heißt das nicht zwangsläufig, dass dieses Paket für diese Distro geschnürt wurde. (Am besten sucht man nach einen Artikel von seiner Distro für das jeweilige Programm. z.B: PhotoRec für Ubuntu oder Signal für openSuSE

Deshalb gibt es AppImage, Flatpack und snap die laufen immer und überall,

weil Sie Alles mitbringen, was benötigt wird und erhöhen dabei sogar noch die Sicherheit.

Fork

Wenn man in der Software Welt eine Anwendung entwickelt, muss man nicht unbedingt das Rad neu erfinden, sondern nimmt einfach etwas Existierendes und „forked“ es, sprich man kopiert es 1:1 und baut es um b.z.w. macht es dann zu etwas Eigenen.

So ist z.B. Ubuntu ein Debian Fork. Wobei man in der Welt der freien Software miteinander arbeitet und nicht gegeneinander, und deshalb profitiert auch Debian sehr stark von Ubuntu, weil die Software-Entwickler nicht bescheuert sind, und sich gegenseitig Hacken in den Rücken hauen. Wie es in der kommerziellen Welt leider gang und gebe ist.

Finanzierung

Ubuntu (bzw. die Firma Canonical) finanziert sich (wie RedHat, und SuSE…) indem diese Support für ihre Distros anbieten. Sprich man kann diese gratis nutzen, aber wenn man Support haben will, weil man es für sein Geschäft nutzt, zahlt man Geld, wie sonst auch überall üblich, und bekommt meist noch proprietäre Software hinzu.

Empfehlungen

Ubuntu

Ubuntu-logo-2022.svg.png

Ubuntu: Wenn man ein 64Bit System, und min. 4GB Ram hat,

ist fast immer Ubuntu die beste Wahl, weil es die größte Treiber Unterstützung hat,

da sie keine Rücksicht auf Freie-Lizenzen nähmen, sondern alles (ausgezeichnet gepflegt) implementieren.

Bei den meisten Distros, kann man mehrere grafische-Oberflächen auf einen Rutsch installieren, bei Ubuntu sollte man das auf keinen Fall tun,

da es für jede grafische Oberfläche einen eigenen „Flavour“ (so nennt sich das in der Ubuntu-Sprache) gibt.

Es folgen die verschiedenen Ubuntu-Flavours, und dienen gleichzeitig als Auflistung für die gängigsten Desktop Umgebungen:

Desktop Umgebungen

Gnome = Ubuntu

KDE = Kubuntu

KDE + Multimedia Studio = Ubuntu Studio

Xfce = Xubuntu

LXQT = Lubuntu

Der Vorteil von den Ubuntu Flavours ist halt: installieren und man ist glücklich, da ist alles perfekt aufeinander abgestimmt und man muss sich um nichts kümmern.

HiEnd-Desktop Umgebungen

Lassen keine Wünsche offen.

Gnome

Gnomelogo.svg.png

Introducing GNOME 44: https://www.youtube.com/watch?v=N7SGe1MiqNA

Cool Desktop Animations: https://www.youtube.com/watch?v=TrwnKGQTPwM

KDE

KDE logo.svg.png

Warum Linux schöner ist als macOS und Windows: https://youtu.be/sOHRATRX8Y4?t=962

Sehr leichte und schnelle Desktop Umgebungen

Gefühlt Windows XP mit den Komfort von Windows 7.

Xfce

Xfce logo.svg.png

Xfce 4.16 – See What’s New: https://youtu.be/K-H39NTNzwU?t=53


LXQT

Helix lxqt.svg.png

LXQt Review: The Prettiest Linux Desktop Environment?: https://www.youtube.com/watch?v=fv13QggtxrU&t=42s


Debian

Debian-OpenLogo.svg.png

Wenn Sie eine Distro für 32 Bit Systeme brauchen, oder verschiedene Desktop-Umgebungen auf einen echten Rechner

(und nicht in einer virtuellen Maschine) nutzen wollen. Ist Debian sehr empfehlenswert.

Debian wurde von Ian in’s Leben gerufen, welcher die Linux-Distro für seine Frau Debra zu ehren „Debian“ getauft hat.

Debian ist wohl eine der berühmtesten Linux Distros und vollkommen frei, aber dennoch sehr gute Hardware- und Software-Unterstützung liefert.

(Aber Ubuntu nutzt Debian als Basis und baut nicht freies Zeug ein, weshalb es für ottonormale-User,

welche einfach nur ein Betriebssystem suchen, wo Sie nicht großartig daran rumbasteln wollen, unschlagbar ist).

SuSE

OpenSUSE Logo.svg.png

Für virtuelle Maschinen empfehle ich SuSE.

Weil es von Werk aus Erweiterungen für VirtuelleMaschienen aktiviert hat, und es deshalb sehr komfortabel ist.

Außerdem hat es mit den YaST (Yet another Setup Tool) ein sehr mächtiges grafisches Konfigurations-Werkzeug (quasi das Kernstück von SuSE-Linux) welches kaum Wünsche offenlässt, und es deshalb einfach einzurichten ist.

Aber in Wahrheit empfehle ich es nur, weil ich es selbst gerne nutze, und kann ihnen keinen wirklichen Grund nennen nicht eine Andere Distro zu wählen: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Linux_distributions

Arch

Archlinux-logo-standard-version.png

Arch ist sehr aufwändig zu installieren, weil man fast Alles selbst einrichten muss, was andererseits auch sehr interessant ist, einfach Schritt für Schritt der Anleitung folgen.

Dieses ist für ottonormal-User definitiv ungeeignet, es gibt aber leicht installierbare Forks (z.B. Manjaro).

Alpine-Linux

Alpine Linux.svg.png


Ist auf Sicherheit konzipiert, erinnert ein wenig an BSD.

Eine Installation mit grafischen System nach Wahl, geht ruck zuck, aber alles weitere, muss man sich auch selbst einrichten, was mit der Anleitung nicht schwer ist, aber viel Arbeitszeit in Anspruch nimmt.

Dafür kennt man sein System sehr gut, was Voraussetzung für einen sicheren Betrieb ist.

Es hat noch andere Besonderheiten, welche die Softwareauswahl einschränken, aber die Sicherheit erhöhen.

Wenn Sie ein hochsicheres System einrichten wollen, sollte man sich dieses näher anschauen.

Ist aber auch für ottonormal-User ungeeignet.

Kali Linux

Kali Linux 2.0 wordmark.svg.png

Die Linux Distribution für Sicherheits-Experten b.z.w. welche es werden wollen.

Wenn Sie ihr Netzwerk und Geräte auf Sicherheit testen wollen, ist dies die Standard-Distro der Wahl.

Bedenken Sie aber, wenn Sie es nicht brauchen, und ein böser Hacker erlangt Zugriff auf diese Maschine, findet dieser sich in einem Paradies wieder…

Windows

Wenn es keine Einwände gibt Windows zu nutzen, (wenn es für Alles Treiber gibt e.t.c.)

sind es sehr gute investierte 30€. Windows

Windows
Gründe es zu nutzen Linux Alternativen
Mehrere Sicherheitsfeatures welche bis vor kurzen unvorstellbar waren. es gibt nichts vergleichbares
File Explorer (Datiebrowser) z.B. Nautilus, Dolphin, Thunar, PCManFM
Microsoft Office Libre Office + Thunderbird
3D Modeler Blender
Photoshop GIMP
Lightroom RawTherapee, Darktable
Premiere KDEnlive
Steinberg Nuendo Reaper
Ableton Live Bitwig
Steam Proton

Zurück